BüZe

Aus der Flüchtlingsarbeit Mitte der 2010er Jahre kommend entwickelt sich in Windeck eine sozial- und gesellschaftspolitische Initiative, die sich 2020 als Verein Bürgerzentrum (BüZe) organisiert und neben dem Rathaus in Rosbach in von der Gemeinde angemieteten Räumen eine Plattform für im sozialen Bereich engagierte Bürger*innen aufbaut. Basierend auf dieser erfolgreichen Entwicklung wollen die Initiator*innen nun weitergehende Perspektiven erarbeiten.
Ausgangslage
In den Räumen in Rosbach werden über den Verein kleine Tauschbörsen, Seniorenskat, Bastel- und Handarbeitsgruppen und mit Partnern VHS-Kurse, SKM-Schuldnerberatung, Sprach- und Nachhilfekurse angeboten. Das Selbstverständnis des Vereins ist, Angebote von Bürger*innen für Bürger*innen zu unterstützen, die Bereitschaft zu bürgerschaftlicher Selbsthilfe zu motivieren und Raum zur Entfaltung zu verschaffen. Der Erfolg der letzten Jahre führte bei den Initiator*innen dazu, über weitergehende Perspektiven nachzudenken. Hinzu kommt, dass ab Ende 2023 die bisherigen Räume in Rosbach nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Gemeinde – insbesondere auch in der Person der Bürgermeisterin – wurde zur Partnerin, um gemeinsam über die Zukunft nachzudenken.
Initiative
Die Initiative ist ursprünglich aus einem Kreis in der Flüchtlingsarbeit engagierter Windecker*innen hervorgegangen, der sich für soziale Belange stark machen. Nachdem die Gemeinde Windeck der Initiative erste Räumlichkeiten in Rosbach zur Verfügung stellte, organisierte sich die Initiative als Verein und es kamen immer mehr Mitstreiter*innen, Gruppen und auch Einrichtungen als Partner*innen dazu.
Idee und Funktionen
Mit dem Umzug an den neuen Standort in Dattenfeld besteht die Möglichkeit, die bisherige Arbeit fortzuführen und längerfristig abzusichern. Vor allem aber tun sich mit dem Umzug und der Begleitung im Knotenpunkt-Prozess auch neue Möglichkeiten und Chancen auf. In einem Runden Tisch wurden z.B. fast alle sozialen Einrichtungen in der Gemeinde Windeck zusammengerufen und ein Gemeinschaftsprojekt „Kein Kind ohne Frühstück“ angesprochen, das in Kooperation der sozialen Einrichtungen und dem über den BüZe-Verein organisierten bürgerschaftlichen Engagement in den Ortsteilen angegangen werden soll. Dies ist gewissermaßen ein Prototyp oder ein Einstiegsprojekt für künftige weitere Gemeinschaftsprojekte. Mit dem neuen BüZe kann ein Ort, eine Plattform, eine Art Freiwilligen-Netzwerk für soziale Gemeinschaftsprojekte entstehen, worüber die Arbeit ehrenamtlicher sozialer Initiativen erleichtert und die Arbeit sozialer Einrichtungen ergänzt wird. Und es kann ein Ort entstehen, an dem Menschen zusammengeführt werden, die sich gegenseitig in der sozialen Arbeit unterstützen und voneinander lernen.
Besonderheiten
Im Kern weist das BüZe-Projekt neben dem Engagement der „Ehrenamtler*innen“ zwei Besonderheiten auf, die auch für vergleichbare Initiativen andernorts beispielgebend und mutmachend sein können. Das ist zunächst die enge und vertrauensvolle Kooperation von Gemeinde und Initiative/Verein. Beiden ist klar, dass so ein Projekt nur in engem Schulterschluss und gegenseitiger Unterstützung durchführbar ist. Die Gemeinde allein kann das nicht stemmen, aber auch das „Ehrenamt“ braucht die gemeindliche Begleitung. Darüber hinaus ist der BüZe-Ansatz möglicherweise auch ein Beispiel oder einer der Wege dafür, wie in einer Flächengemeinde ohne eindeutigen Hauptort soziale Versorgung und Versorgungsinfrastruktur künftig noch sicherstellen und/oder weiterentwickeln kann.
Aktueller Stand und Ausblick

Es hat sich ein engerer Verantwortungskreis aus Verein und Gemeinde gebildet, der das Projekt vorantreibt. Das BüZe wird im Herbst/Winter 2023 an den neuen Standort in Dattenfeld umziehen. Dort stehen Räume in einem an eine Schule angebauten neuen Quartierszentrum zur Verfügung. Im November 2023 wird in einer größeren Werkstatt mit allen Windecker Partner*innen das Nutzungskonzept bzw. das Nutzungsprogramm besprochen und der Versuch unternommen, weitere Mitstreiter*innen zu gewinnen.
Nach der Werkstatt im November wird es darum gehen, die Räumlichkeiten in Dattenfeld weiter auszustatten, Gemeinschaftsaktivitäten für 2024 zu planen und über die betriebliche Organisation (von der Belegung der Räume in Dattenfeld bis zur Einbindung von untergenutzten Räumen in den Ortteilen) nachzudenken.
Das BüZe gehört zu den Pilotprojekten im Aktivierungs- und Transferprozess „Das Gute Leben selbst gemacht – Knotenpunkte des öffentlichen Lebens im Bergischen RheinLand“ der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand.

Stand: Oktober 2023

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