Energiegenossenschaft Lieberhausen, Gummersbach-Lieberhausen

Das Dorf Lieberhausen hat sich auf Initiative engagierter Bewohner*innen eine weitestgehend von fossilen Brennstoffen unabhängige Wärme- und Warmwasserversorgung geschaffen, die autonom betrieben wird.

Themenfelder des Knotenpunktes
WASSER, Strom und Sonnenkraft
(QUATSCHEN, trinken, spielen)

Ausgangslage
Vor über 20 Jahren hat eine Bürger-Genossenschaft ein Kraftwerk, das „Holzhackschnitzel-Heizwerk“, gebaut, das die Versorgung fast aller Lieberhausener Haushalte mit Heizwärme und Warmwasser übernimmt. Die Idee ist den Dorfbewohner*innen gekommen, als sich ein Ausbau für Fernwärmeleitungen anbahnte, aber eigentlich der Wunsch bestand, das reichlich vorhandene Holz als Rohstoff für die Wärmeversorgung einzusetzen. Hier sind die Bewohner*innen dann selbst aktiv geworden.

Initiative
Mitglieder des Heimvereins haben mit viel Tatendrang und mit Blick auf andere Holzheizwerke von Technik über Finanzierung bis Planung alles selbst in die Hand genommen. Daraus hat sich schließlich 1999 die „Energiegenossenschaft Lieberhausen eG (EGL)“ gegründet. Das Projekt von Bürger*innen für Bürger*innen wird seitdem autonom von der Genossenschaft betrieben, mithilfe vieler Ehrenamtler*innen aus dem Dorf, zudem sind einige Jobs entstanden. Zusätzlich zur Wärmelieferung ist auch der Handel mit Hackschnitzel und Kaminholz hinzugekommen.

Idee und Funktionen
Rund 6 km Rohrleitungen wurden verlegt, das Heizwerk und eine große Halle zum Vortrockenen des Materials gebaut. Nicht nur aufgrund der Größenordnung ist diese Anlage einmalig in NRW, sondern auch wegen der genossenschaftlichen Organisation. Auch das nachhaltige Energiekonzept mit einem nachwachsenden Rohstoff hat sich bewährt, denn jährlich können rund 1.200 t CO2 eingespart werden. Ebenso lohnt sich der Ansatz auch finanziell: Die Anfangsinvestitionen waren bereits nach etwa sechs Jahren refinanziert und heute spart ein Haushalt in Lieberhausen jährlich rund 800 €.

Besonderheiten
Das Projekt bringt einige positive Nebeneffekte mit sich. Nicht nur die Landflucht aus Lieberhausen konnte dadurch verringert werden, sondern auch ein Zusammenrücken der Dorfgemeinschaft wurde dadurch bewirkt. Mittlerweile ist sogar ein neuer Gemeindesaal über dem Heizkraftwerk entstanden.

Aktueller Stand und Ausblick
Von 104 Häusern des Ortes sind inzwischen 85 Häuser an das zentrale Heizungssystem angeschlossen, weitere Anschlüsse sind in Planung. Das genossenschaftlich betriebene Heizwerk ist ein großer Erfolg (ökonomisch und ökologisch) und ein gutes und inspirierendes Beispiel, von dem Besucher*innen und Nachahmer*innen anzogen werden.

Weiterführende Links
http://www.lieberhausen.de/unser-dorf/das-holzhackschnitzel-heizwerk/

 

Titelfoto: Bernd Rosenbauer

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